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Beverunger Geschichte II

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Weiter geht es aus und mit dem Heimat-Buechlein von Hermann Nolte:

Beverungen wird Stadt

Man schrieb das Jahr 1417, den 24. Mai. Diesen Tag koennen wir als einen Markstein in der Entwicklung Beverungens bezeichnen. Der Paderborner Bischof Theoderich erhob im Verein mit dem Abt Dietrich von Corvey das Dorf Beverungen zur Stadt. Beverungen bekam Stadtrechte, eigenen Stadtrat und Stadtsiegel. Bald nach der Stadtgruendung haben Bischof und Buergerschaft den Ort mit einer Mauer und einem Wassergraben umgeben (….damit keiner abhauen konnte?*Gr*)
Beverungen war so Grenzfeste des Fuerstbistum Paderborn.

1967 wurde in Beverungen Doppel-Geburtstag gefeiert:
1100 Jahre Beverungen – 550 Jahre Stadt Beverungen

Fanfarenzug
Folgende Bilder wurden von Sylvia Merschel aus den USA zur Verfügung gestellt:

Einige Bilder von diesem Fest sind bei www.willi-vogt.de unter Fanfarenzug und Fundstuecke zu sehen.

Aber nun weiter mit „Damals“…

Glanzzeit 15. und 16. Jahrhundert

Die zweihundert Jahre von der Stadtgruendung bis zum Ausbruch des 30jaehrigen Krieges (1618) (..eine gern gestellte Frage in Beverungen: wie lange dauerte der 30jaehrige Krieg?*Gr*) waren Beverunger Bluetezeit. Dieses Neue und Besondere beglueckte die Beverunger (…beglueckt sie auch heute noch…), und auch die umwohnenden Landleute suchten es (…und sie (be)suchen ES auch heute noch…).
Die Beverunger konnten sich frei betaetigen und regen. Und deshalb draengten anderswo wohnende Bauern, Handel- und Gewerbetreibende in die mollige, durch Burg, Mauer und Wassergraben geschuetzte Stadt. Wohl hausten (na,na, sie wohnten doch wohl)damals die Buerger in engen Gassen und winzigen Raeumen, aber das Leben in der kleinen, urtuemlichen Stadt verlief in ruhigem Rhythmus, in Eintracht und Geschlossenheit. Friedlich und froh ging ein jeder seiner Arbeit nach. Die Bauern hatten ihr gutes Auskommen, die Kaufleute trieben ehrlichen Handel (aha, und heute, was treiben sie da?)mit Stoffen, Muetzen und Schuhen, die Handwerker waren in Zuenften und Gilden geeint.

Kriegs- und Notzeiten

Der Anfang des 17. Jahrhunderts brachte der aufstrebenden Stadt schwerste Not. Sie wurde grausam heimgesucht von Krieg, Pest, Hungersnot. Die Lage Beverungens am Kreuzungspunkt von zwei Handelsstraßen und an einem Weseruebergang, die einst die Quelle des Wohlstandes war, wurde der Stadt im 30jaehrigen Kriege zum Verhaengnis.
Schon von 1618–1622 hatte Beverungen entsetzliche Drangsale zu erdulden. Im Februar 1632 ging die Stadt in Flammen auf, nur vier Haeuser blieben erhalten. Die Einwohner fluechteten und lebten in den umliegenden Waeldern in Erdloechern. Im Sommer 1626 hatte in Beverungen der „schwarze Tod“, die Pest, gewuetet. Die Zahl der Pestopfer betrug 511 Tote.
Als der Wiederaufbau der Stadt nach hundert Jahren durchgefuehrt war, brachte der Siebenjaehrige Krieg (1756–1763) schwerste Bedraengnis: Besetzung, Kontribution (Zwangsauflage in Gueter oder Geld), Armut und Hungersnot.

Beverunger Geschichte I

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Liebe Beverunger/innen und Ex-Beverunger/innen und umgekehrt,

ich fand ein kleines Büchlein, ein Heimat und Wanderbuch von Hermann Nolte. Darin schreibt er 1955 aus seiner Sicht über sein geliebtes Beverungen.
Ich möchte Euch gerne daran teilhaben lassen…..

Beverungen von heute (1955) macht uns heimatbewußt, heimatfroh. Richtig lieben aber kann und wird man eine Stadt erst dann, wenn man auch ihre Vergangenheit kennt. Beverungen, wie es heute ist (1955) ist nicht etwa von selbst Gewordenes; unsere Vorfahren haben es durch ihrer Hände Fleiß geschaffen und uns vererbt.

Charakter-Beschreibung der Beverunger (1956)

Die Dorfbevölkerung war bieder, langsam, wortkarg. Die Beverunger, die zu allen und so verschiedenen Dörfern (erwähnt seien hier auch die niedersächsischen Orte Lauenförde, Meinbrexen, Derental auf der anderen Seite der Weser) in Beziehung standen, mit allen Handel und zeitweise flotten Schmuggel trieben, wurden so vielseitiger und leichtherziger, hielten sich selbst für besser und feiner (..ach, sieh mal einer an…), für tüchtiger und gescheiter als die umwohnenden bäuerlichen Nachbarn (…da hat sich bis heute nichts dran geändert *Gr*). So waren denn die Beverunger alle Tage im Jahr in Laune und in ihrer angeborenen Lebenslust stets zu den drolligsten und tollsten Streichen aufgelegt
(…jetzt ist mir manches klar, ich bin eben ein Beverunger, es wurde mir alles in die Wiege gelegt….**Gr**).
Fremde, die nach Beverungen kamen, wurden gefoppt, geneckt, gehänselt, „gehäkelt“. Weil das foppende Necken, das schelmische Verulken niemand so verstand wie gerade die Beverunger, gab ihnen der Volksmund den Beinamen „Häkeler“. Das Häkeln sollte aber keine Schikane sein, sondern der Sinn des Häkelns war ein anderer. Es ging darum, in heiterer Art mit Freunden zu spaßen. Unsere Väter, Groß- und Urgroßväter kannten noch Geruhsamkeit, sie hatten noch für solch uebermütig-heitere Schelmerei viel Zeit.

Ein kleines Beispiel:

Ein fremder Sommergast (wie immer damals in den 50ern aus dem Kohlenpott) fragt einen Beverunger: „Wo ist denn hier der Bahnhof?“
Ganz ernst kommt die Gegenfrage: „Welchen Bahnhof meinen Sie denn – den evangelischen oder den katholischen……“
(Bahnhöfchen Lindenstrasse und Hauptbahnhof)

…und nun zur Geschichte von Beverungen….

Zur Zeit Christi war in der Flußgabel von Bever und Weser eine kleine Fischersiedlung, die rassisch zu dem germanischen Stamm der Cherusker gehörte. (..also sind wir Nachfahren von unserem Hermann, der die Römer verdroschen hat, also – stolz den Kopf hoch halten…)
Vier Jahrhunderte später kamen die Sachsen in diese Gegend an der Bevermündung, die später zum Land des Herzogs Widukind gehörte (..ich sag nur Extern-Steine – wir Beverunger haben schon eine Geschichte..)
Zur Zeit des großen Völkerkampfes zwischen Franken und Sachsen taucht Beverungen in der Geschichte auf.

Mittelalterliches Weserdorf

Die kleine sächsische Siedlung an Bever und Weser entwickelte sich im 9. und 10. Jahrhundert zu zwei Dörfchen (Ober- und Nieder-Beverungen), die in der Folge zu einem bedeutenden Dorfe zusammenwuchsen . Das Dorf Beverungen, anfangs Corvey, später dem Hochstift Paderborn zugehörig, war Grenzort. Zum Schutze gegen die feindlichen Nachbarn (Hessen und Braunschweig) erbauten der Abt von Corvey und der Fürstbischof von Paderborn um 1330 die Burg. das dörfliche Leben unserer Vorfahren verlief trotz der unsicheren Zeiten ganz unkompliziert.
Die Zustände jener Zeit? Denken wir uns die ganze Stadt hinweg, im Weser- und Bevertal keine Straße und kaum ein Feldweg, mehr Wälder als Felder, hineingedrängt das stille Dorf mit armseligen Bauernhütten und einigen verstreut liegenden Einzelgehöften.

Fortsetzung folgt…..


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