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Standard-Tag in den 50ern

Standard-Tag in den 50ern 17 Januar, 2010

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde!
Ich m√∂chte ab und zu eine (wahre) Geschichte aus dem Alltagsleben unseres Lebens aus den „F√ľnfziger-Jahren“ hier einflie√üen lassen. Nat√ľrlich, und liebend gerne k√∂nnt Ihr mir auch „Geschichten aus dem Alltagsleben in den 50ern“ zuschicken. (Selbstverst√§ndlich d√ľrfen sie, die Geschichten, auch von Anfang 60 sein – aber bitte nicht mi√üverstehen, nicht da geboren, sondern da gelebt. Boh √§h, ist¬īs heute wie mit der Eisschicht – alles „Roger: Verstanden!! Ich w√ľrde mich sehr dar√ľber freuen. (Riesig freue ich mich, wenn sie da sind, die Geschichten.)

Dann beginne ich mit einem „W√§schewaschtag“:

Ein „W√§schetag“ in den 50ern war ein Familientag, denn alle mussten mit ran (war bei uns so). Es war ja auch die reinste Qu√§lerei, f√ľr die, die die W√§sche stampfen mussten. Aber der Reihe nach:
Zuerst wurde Wasser in den Waschkessel per Schlauch oder per Eimer gef√ľllt, dann wurde dieser angeheizt mit Holz, und wehe dem, der Feuerdienst hatte und es ausgehen liess, der hatte aber gelitten. Die W√§sche kam dann in das heisse Wasser, Waschpulver wurde zugesch√ľttet und los ging die Stampferei. Wer schon einen neuen „W√§schestampfer“ hatte war gut dran, denn dieser ging schon etwas leichter als die selbst zusammen gebastelten Stampfer. Man stelle sich einen umgedrehten hohen Kochtopf vor, dieser hat ringsum L√∂cher, und am Topfboden ist ein Stiel angeschweisst – das ist ein W√§schestampfer. Die neueren W√§schestampfer hatten schon weichere Formen und sahen edler aus. Ich habe aber auch welche gesehen, die aus alten Wehrmachtshelmen angefertigt waren. Sodele, jetzt wurde die W√§sche im Kessel, mit dem heissen Wasser und dem Waschmittel drin, gestampft. Stampfer hoch mit beiden H√§nden und mit aller Kraft hinein in den Kessel – auf und nieder, immer wieder, bis dass der Schweiss in Str√∂men floss, und die H√§nde wie das Feuer unter dem Kessel brannten. Nach einer Runde Stampferei im Kessel holte man dann die W√§sche aus den unteren Regionen des Kesseln nach oben, damit auch jedes W√§schest√ľck seine Portion Stampferei bekam. Dazu wurde ein sauberer, dicker Holzkn√ľppel verwendet, der aber auch dazu gebraucht wurde, demjenigen das Holz schmackhaft zu machen, der das Feuer hatte ausgehen lassen. (aber das nur nebenbei).
So, jetzt aber genug gestampft, jetzt muss die W√§sche ja gesp√ľlt werden. Daf√ľr standen W√§schek√∂rbe bereit, die auf einem „Bollerwagen“ standen. Diesen „Bollerwagen“ durften wir Kinder dann an die Weser ziehen zum „W√§sche-Sp√ľl-Steg“, (hab das Wort grad erfunden) heute sagt man Bootsanleger dazu. Dort knieten dann die Frauen eintr√§chtig nebeneinander auf dem „W-S-S“ und sp√ľlten die vorher gestampften W√§schest√ľcke. Das war genauso eine Knochenarbeit wie das Stampfen. Nasse W√§sche ist schwer, sie musste ausgewrungen werden, wieder hinein in die Weser, durchgezogen, heraus, auswringen, solange, bis der letzte Rest Waschmittel aus der W√§sche verschwunden war. Die Wiese an der Weser, wo der „W-S-S“ lag, nannten wir die Bleiche. Hier wurden die gesp√ľlten und ausgewrungenen W√§schest√ľcke planeben nebeneinander gelegt, damit die liebe Sonne (falls vorhanden) das Trocknen √ľbernehmen konnte. Wir Kinder hatten dann Enten- und G√§nsedienst. Wir musste aufpassen, dass kein Federvieh √ľber die jetzt saubere W√§sche watschelte (bei uns Menschen h√§tte ich latschte geschrieben).
Und ehe wir uns versahen, war es Abend geworden. Die Kirchenglocken l√§uteten zum „Engel des Herrn“ – 18.00 Uhr – Feierabend. Zeit f√ľr das Abendessen. Und das hat dann geschmeckt………

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