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Beverunger „Dönekens“….

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Die Beverunger sind schon ein „Menschenschlag“ für sich: toternst, knochentrocken, wenne nicht aufpasst, zack, hasse einen wech! Wie sagt man so schön: der hat es knüppeldick hinter den Ohren! Und wenn se denn mal wieder einen reinchelecht haben, kriegen se sich vor Lachen nicht mehr ein. Darum muß man sie einfach LIEBEN…..

Und jetzt will ich eine kleine Anekdote aus den Anfängen der 60er Jahre zum Besten geben. Da ja jetzt Karnevals-Zeit ist, paßt sie wunderbar….

                                            

Tatort: Beverungen

In Beverungen, mitten in der Stadt, wohnte einst ein Bauer. Der Bauer (plus Frau) hatte drei Söhne. Einer war besonders (bauern)schlau, darum nennen wir ihn den „Professor“.
Die Zeit zum Aussäen des Weizens stand an. Der „Professor“ schickte seine beiden Brüder für diese anspruchsvolle Arbeit auf den Acker. Der Boden war schon vorbereitet, sie brauchten einfach nur mit der Sämaschine (Driller) (mit der Aussaat, dem Weizen) über den Acker fahren, rauf und runter. Nur diese beiden „Brüder“ hatten immer einen enormen Durst. Grad den Abend vorher überfiel sie wieder das Verlangen nach einem schönen, durstlöschenden, kühlen Bier. Nur, der Durst der beiden wurde dabei immer größer und stärker. Plötzlich war das Geld alle, aber der Durst immer noch da. Aber bauernschlau, wie sie waren, wurde getauscht: Weizen (den sie am nächsten Tag aussäen sollten) gegen das durstlöschende Bier. Der Abend wurde lang und länger, der Kopf immer schwerer und der Weizen immer weniger, bis, ja, bis kein Körnchen mehr vorhanden war.
Der nächste Morgen, die Pferde wurden vor den Wagen gespannt, sie wollten auf den Acker und Weizen säen. Der „Professor“ schaut auf den Wagen: „Wo ist denn der Weizen?“ „Den habn wa schon chestern auf´n Acka chebracht. Sonst müssen ja die Chäule zweimal dasselbe ziehen.“ Von solcher Logik seiner beiden Brüder erschlagen, schickt der „Professor“ seine Brüder los. Und sie zogen los, mit noch schwerem Kopf und schlechtem Gewissen.
Am Acker angekommen, spannten sie die Pferde vom Wagen ab und vor die Sämaschine (Driller) wieder an. Und jetzt, das ist die Beverunger Logik:
Die beiden „Oberschlauen“ fuhren mit der LEEREN Sämaschine immer rauf und runter, sie säten Luft in die Erde. „Der merkt das doch!!“ „Nix merkt der, wir haben doch unsere Saatrillen über den ganzen Acker gezogen. Was können wir dafür, daß der Weizen, den er gekauft hat, taub ist?! Warum läßt er sich auch solchen Mist andrehen?!“
So, Arbeit getan, ab nach Hause.
Nach einer Woche wollte der „Professor“ dann mal sehen, was/wie die Saat so treibt. Mit dem Finger pruckelte er in den Saatrillen herum, nichts, kein Körnchen, rein gar nichts. Jeden Tag fuhr er jetzt zum Acker, aber er sah nichts sprießen. Er stellte seine Brüder zur Rede: „Was habt ihr denn da gesät?“ „Ja was wohl, den Weizen, den Du gekauft hast. Der war aber so komisch leicht, muß wohl tauber Weizen gewesen sein. Wir sind mit der Maschine über’n Acker gefahren, das sieht man ja! Was können wir dafür, wenn Du Dir tauben Weizen andrehen läßt!!“
Monate später, Februar, der Karnevals-Monat. Ein Beverunger vergißt sooo schnell nichts.
Rosenmontags-Umzug, farbenprächtiges Fußvolk, wunderschöne Motiv-Wagen – und mittendrin eine alte Samen-Sämaschine, an der ein großes Schild befestigt war. Auf diesem Schild stand in groooßen, fein leserlichen Buchstaben geschrieben:

…..SIE SÄEN NICHT…..SIE ERNTEN NICHT…..DENN DER WEIZEN DER IST TAUB…..

In diesem Sinne: Beverungen – Helau……Weserbrücke – Helau…..Weizen – Helau

                                                            


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