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Haarbr├╝ck ÔÇô heute (1955) und fr├╝her

Amt Beverungen 1956 09 Februar, 2010

…weiter geht es mit und aus┬áHermann Noltes Heimantb├╝chlein….

Schneider war Lehrer

Wie der Ort, so ist auch die Schule in Haarbr├╝ck von Herstelle aus gegr├╝ndet worden. Um 1800 finden wir als Inhaber der Lehrstelle von Haarbr├╝ck den Lehrer Zarnitz, seines Zeichens Schneider. Einen sehr mangelhaften Unterrich in Religion, Lesen und Rechnen erhielten die Sch├╝ler – es waren nur Knaben, deren Eltern das ausdr├╝cklich w├╝nschten – nur zur Winterszeit.
Das Einkommen des Lehrers, der zugleich auch noch K├╝ster an der Kapelle war, bestand damals aus 10 Sgr. (1 Mark) Schulgeld pro Kind, drei Morgen Ackerland und den K├╝stergeb├╝hren. Das Schulhaus war eine alte, beschr├Ąnkt mit Stroh gedeckte H├╝tte. Die Schulstube, ein stallartiger Raum mit zwei kleien Fenstern, ohne bedielten Fu├čboden, mu├čte zugleich als Wohnstube f├╝r die Familie des Lehrers und als Schneiderwerkstatt dienen.
Lehrer Zarnitz starb 1810. Unter seinem Nachfolger Bruns (1810-1820) wurden die Sommerschule und der Schulzwang eingef├╝hrt. Lehrer Bruns mu├čte, da er kein Handwerk gelernt hatte, nebenbei bei den Bauern als Tagel├Âhner arbeiten, wenn er sein Leben fristen wollte.

Aus Wald wurde Ackerland

1838 fiel den Haarbr├╝ckern ein gro├čer Teil des zum Gut Kemperfeld geh├Ârenden „Haarbr├╝cker Waldes“ als Eigentum zu, der dann nach und nach abgetragen und in Acker verwandelt wurde. Infolge des erweiterten Ackerbaues, der vermehrten Viehzucht und der besseren D├╝ngung haben sich in den letzten hundert Jahren die wirtschaftlichen Verh├Ąltnisse in Haarbr├╝ck bedeutend gebessert.

1860 eigene Pfarrei

Nach der S├Ąkularisiereung des Minoriten-Klosters zu Herstelle wurde die Seelsorge von Haarbr├╝ck im Jahre 1811 dem Pfarrer in Jakobsberg ├╝bertragen. So mu├čten die Haarbr├╝cker zum Sonntagsgottesdienst nach dem Nachbarort gehen. Nach langen, schwierigen Bem├╝hungen erhielt Haarbr├╝ck im Jahre 1860 wieder ein eigenes Pfarrsystem.
Zwei schwere Br├Ąnde vernichteten im Jahre 1892 acht, im Jahre 1894 elf Wohnh├Ąuser. Die Abgebrannten bauten ihre H├Ąuser sch├Âner und zweckm├Ą├čiger wieder auf.

Streit um Gebrauchswasser

Da der einzige Brunnen in Haarbr├╝ck bei Sommerd├╝rre und zur Winterzeit nur wenig Wasser lieferte, herrschte oft schlimmer Wassermangel. Am umlagerten Brunnen kam es dann manchmal zu unerquicklichen Szenen. In Regenwasser-Zisternen wurde zuweilen zur Nachtzeit das Wasser gestohlen. Sehr oft mu├čte das Wasser von dem eine Stunde entfernten „T├╝nsborn“ geholt werden. Diese Not endete im Jahre 1911 mit dem Bau der Wasserleitung, die 50.000 Mark kostete.
Wie gut ist es, sich an etwas zu erinnern, das Jahrzehnte und Jahrhunderte zur├╝ckliegt, denn dann erkennen wir, wie leicht, wie sch├Ân auch wir D├Ârfler es heute haben, und dann werden wir – vielleicht auch alle wieder zufrieden.

Anmerkung: Mir hat es Freude bereitet,┬áda├č ich durch und mit┬ádem Heimat- und Wanderbuch von Hermann Nolte in und durch die Vergangenheit spazieren gehen konnte. Vielen Lesern d├╝rfte auch einiges (vieles?) nicht bekannt gewesen sein – mir geht es wenigstens so. Die ┬áj├╝ngste Vergangenheit lie├č bei mir Erinnerungen aufleben, die schon vergessen waren. Ich mu├č schon sagen: unser Amt Beverungen kann auf┬áseine beeindruckende Geschichte stolz sein.
Danke Hermann Nolte f├╝r die liebevollen Geschichten ├╝ber und aus unserer Heimat!

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