Willi┤s Erzńhlungen
Willi┬┤s Erz├Ąhlungen » Blog Archive » Herstelle und W├╝rgassen…..(1955)

Herstelle und W├╝rgassen…..(1955)

Amt Beverungen 1956 01 Februar, 2010

Drei Orte vom Amt Beverungen habe ich ja vergessen!! Asche auf mein Haupt!
Es sind: Herstelle, W├╝rgassen und Haarbr├╝ck – Hermann Nolte wird mir sicherlich verzeihen.
Also dann, noch einmal wird aus seinem Heimatb├╝chlein (1955)┬ázitiert….

Herstelle und W├╝rgassen – zwei historische Weserorte

Von Beverungen ab geht unsere erste Wanderung an der Weser entlang ├╝ber den Leinpfad unterm steil aufsteigenden Rotsberg zu den lieblichen D├Ârfern Herstelle und W├╝rgassen. Diese beiden Orte in dem S├╝dostzipfel des Amtsbezirkes, die sich so wundervoll an die Weser schmiegen, haben f├╝r das sch├Ânheitsuchende und das geschichtlich ge├╝bte Auge viele Reize.
Wer diese zwei Perlen des Weserberglands, die bevorzugten Sommerfrischen und ihre weite, sch├Âne Umgebung kennenlernen will, der mu├č auf dem Platz vor der Hersteller Burg gestanden haben. Hoch ragt das Wahrzeichen des Dorfes ├╝ber das Wesertal. In ihrem Schatten duckt sich die ehrw├╝rdige Benediktinerinnen-Abtei vom Heiligen Kreuz, in der die Kunst des „Beuroner Stiles“* eine Pflegest├Ątte hat. Der Ausblick von hier ist einzigartig.

*Benediktiner-Erzabtei Beuron
Ber├╝hmt ist Beuron durch die Benediktiner-Erzabtei Beuron, welche das Zentrum der Beuroner Kongregation darstellt. Das Kloster wurde 1077 als Augustiner-Chorherrenstift gegr├╝ndet. Nach seiner Aufl├Âsung im Zuge der S├Ąkularisation 1803 ging sein Gebiet in den Besitz des F├╝rstentums Hohenzollern-Sigmaringen ├╝ber. 1863 wurde das Kloster als Benediktinerkloster neu gegr├╝ndet und 1868 zur Abtei erhoben, von der die Gr├╝ndung vieler anderer Benediktinerkl├Âster ausging. Das Kloster hat j├Ąhrlich rund 100.000 Besucher.[6] Die barocke Klosteranlage weist bemerkenswerte R├Ąume und eine gro├če Klosterbibliothek auf. Beuron war im sp├Ąten 19. Jahrhundert Zentrum der Beuroner Kunstschule.
Quelle: Wikipedia

Tief unten am Ufer hingestreckt das schmucke Herstelle, eines der ├Ąltesten D├Ârfer im Amt, gegen├╝ber auf der anderen Weserseite das ebenso trauliche und alte W├╝rgassen. Sehenswert sind in Herstelle die aus dem Jahre 1704 stammende Barockkirche und das Rittergut Kemperfeld, in W├╝rgassen das hinter sch├Ânen, alten B├Ąumen liegende Gutshaus┬áund die neuzeitliche Volksschule.┬á

Unter Landschaftsschutz

Wenn auch in den letzten Jahren die durchfahrenden Autos die Dorfstra├čen mehr belasten, so ist doch das Tempo des Dorflebens ged├Ąmpft geblieben, die Berluft aber frisch wie vor 15 oder 40 Jahren. Und so f├╝hlen sich denn die vielen G├Ąste in den sommersch├Ânen d├Ârflichen Beschaulichkeit heute wieder wohl wie vor Jahrzehnten. ├ťber den Weserstrom, der Gesicht und Wesen der beiden Ortschaften pr├Ągt, im Rahmen dieser Aufsatzreihe noch etwas zu sagen, das hie├če wahrhaftig Eulen nach Athen tragen. Haben wir doch seit Jahrzehnten dessen Sch├Ânheiten immer wieder geb├╝hrend gepriesen. Es ist dem HWB (Heimat- und Wanderverein Beverungen) und der Kreisverwaltung H├Âxter zu danken, da├č mit dem ganzen Kreis H├Âxter gerade auch der Weserabschnitt Beverungen – Herstelle – Karlshafen, der einer der landschaftlich sch├Ânsten Gebietsteile unserer Heimatprovinz ist, unter Landschaftsschutz gestellt worden ist.

Herstelle und W├╝rgassen in ihrer heutigen Form und Sch├Ânheit entz├╝cken Einheimische und Fremde. Aber dar├╝ber hinaus hat noch ihre so sehr interessante geschichtliche Vergangenheit etwas eigenartig Anziehendes. Um Herstelle und W├╝rgassen geistert viel Romantik, und ihre lange Geschichte ist lebendig geblieben, hat sogar ihre Namen in der Welt bekannt gemacht.

Karl der Gro├če, Gast

Was f├╝r eine Sensation mag das bei den armen s├Ąchsischen Fischern in den zwei kleinen Wesersiedlungen gewesen sein, als im Herbst 797 der gro├če Frankenk├Ânig Karl, dessen Krieg gegen die Sachsen schon f├╝nfundzwanzig Jahre dauerte, mit einem Teil seines Heeres auf dem Hersteller Berg erschien, dort in einer K├Ânigsburg auf dem alten, hohen Felsen den Winter verlebte und hier Weihnachten und Ostern feierte.
Wie m├Âgen die heidnischen Sachsenleute gestaunt haben ├╝ber das prunkvolle Hofhalten Karls des Gro├čen, ├╝ber die Gesandtschaften aus Spanien und Italien, die Abordnungen der Avaren im heutigen ├ľsterreich und aus anderen fremden L├Ąndern!
Karl war dem Sch├Ânen und Volkst├╝mlichen zugetan. Er umgab sich mit Dichtern, Gelehrten, Geistlichen, die die Sachsen belehrten und bekehrten, er sammelte deutsche Lieder und verdeutschte die Monatsnamen, er gab Herstelle und W├╝rgassen ihre Namen. Herstelle benannte er nach seinem Stammsitz, dem fr├Ąnkischen Heristal.

Herstelle und die Falkenberger

Als sp├Ąter die karolingische Burg zerfiel, erbauten Paderborner Bisch├Âfe ein neues Schlo├č. Dieses und das zugeh├Ârige stattliche Gut Kemperfeld vermachte der Bischof Simon II.┬á1385 dem Ritter Wedekind von Falkenberg. Die Falkenberger spielten in der Geschichte des 30j├Ąhrigen Krieges eine bedeutende politische Rolle.
Dietrich von Falkenberg* stand im Dienst der Schweden; er fiel als Kommandant Magdeburgs im Jahre 1631 bei der Zerst├Ârung der Stadt durch Tilly. Er wurde in Herstelle beigesetzt. Dietrichs Bruder Moritz, der als Leutnant in kaiserlichen Diensten stand, erscho├č in der Schlacht bei L├╝tzen (1632) den Schwedenk├Ânig Gustav Adolf.

*Falkenberg wurde als Sohn des Drost  zu Blankenau geboren.
Er trat zun├Ąchst in die Dienste┬áHessens und war Rat des Landgrafen Moritz. 1615 wurde er vom Landgrafen nach Schweden gesandt, wo er in den schwedischen Dienst eintrat. Er blieb jedoch in st├Ąndigem Briefwechsel mit dem Landgrafen und informierte diesen ├╝ber die Verh├Ąltnisse in Schweden. Er gewann das Vertrauen des schwedischen K├Ânigs Gustav II. Adolf von Schweden und wurde zum Hofmarschall┬áernannt.
Quelle: Wikipedia

Annette bei Zuydtwycks

Im Anfang des 18. Jahrhunderts ging das herrschaftliche Gut Kemperfeld an die Familie von Spiegel zu Helmarshausen ├╝ber. 1819 kamen Burg und Gut durch Kauf an die Familie Zuydtwyck. Die heutige Hersteller Burg ist 1830 von Dina von Zuydzwyck, die eine Tante von Annette von Droste-H├╝lshoff war, erbaut. Weil Herstelle die Vorz├╝ge historischer Bedeutung und landschaftlicher Sch├Ânheit in sich vereinte,┬á wurde die Burg nun zu einem Mittelpunkt f├╝r Gelehrte und K├╝nstler. Burgg├Ąste der Frau Dina von Zuydtwyck waren in diesen glanzvollen Zeiten die Gebr├╝der Grimm, die Familie Hassenpflug* und Annette von Droste-H├╝lshoff; letztere hat hier im Weserlande zeitweise ihre zweite Heimat gefunden.
Das alte Rittergut kam 1929 unter den Hammer. 1939 erwarben die Deutschen R├Âhrenwerke in M├╝lheim an der Ruhr die Burg als Erholungsheim f├╝r ihre Arbeiter und Angestellten.

*Hassenpflug war seit seiner Jugend mit den Br├╝dern Grimm┬ábefreundet und heiratete am 2. Juni 1822 deren Schwester Charlotte (Lotte) (* 10. Mai 1793; ÔÇá 15. Juni 1833). Politisch waren die Grimms und Hassenpflug kontr├Ąr eingestellt, aber auf privater Ebene kamen sie bis Mitte der drei├čiger Jahre miteinander aus.
Hassenpflug ist einer der umstrittensten Politiker der ersten H├Ąlfte der 19. Jahrhunderts. Da er sich vehement gegen den Zeittrend stemmte, den Liberalismus bek├Ąmpfte und sich so zum Feind des letztendlich siegreichen B├╝rgertums machte, ist seine historische Beurteilung weitgehend negativ. Selbst nach den Ma├čst├Ąben der Jahre um 1830 muss er als reaktion├Ąr eingestuft werden.
Quelle: Wikipedia

Kommentare sind deaktiviert.

´╗┐
Wordpress Themes by Mobile Themes / Jim / ├ťbersetzt ins Deutsche von Pascal Senn
Copyright © 2009-2010 Willi┬┤s Erz├Ąhlungen. All rights reserved.